Erinnerungsfoto aus den Zeiten als Daniel Ostertag einen Rallye-Toyota durch den Chaco raste. © Thomas Schmidt

Die Passion des Daniel Ostertag

Erinnerungsfoto aus den Zeiten als Daniel Ostertag einen Rallye-Toyota durch den Chaco raste. © Thomas Schmidt

Die Geschichte, wie ein Asuncioner eine Leidenschaft für eine Landschaft namens Chaco entwickelte.

Über der Stadt Asunción ist der Feierabend herein gebrochen. Rush Our auf der Eusebio Ayala. Der Taxifahrer kann bei spärlich beleuchteten Bürgersteigen die Hausnummern nicht erkennen und lässt uns in der vermuteten Nähe der Zieladresse aussteigen. Ein wenig mulmig wird uns schon, als wir uns in dieser düster wirkenden Gegend umsehen. Da hinten, das muss das Büro unseres nächsten Gesprächspartners sein. Vor der Tür steht jemand, der uns schon erwartet. Es ist Daniel Ostertag.

Reportage: HORST MARTENS / Fotos: THOMAS SCHMIDT / 2009

In seinem Büro steht ein einsamer Schreibtisch mit einer Glasplatte drauf. An der Wand weiter hinten hängen Landkarten. Wer mit ihm sprechen will, muss Geduld aufbringen. Vor sich auf dem Tisch hat er zwei Handys liegen, daneben steht noch ein normales Telefon. Während unseres Gesprächs kommen häufig Anrufe rein und jedes Mal vergisst Ostertag uns komplett und lässt sich auf seinen fernen Gesprächspartner ein. Dauernd setzt er sich eine andere Brille auf, je nachdem ob er uns anschaut, eine Nummer im Telefonbuch recherchieren will oder in die hinterste Ecke blinzelt.

Wer mit Daniel Ostertag sprechen will, muss Geduld aufbringen. Vor sich auf dem Tisch hat er zwei Handys liegen, daneben steht noch ein normales Telefon. © Thomas Schmidt

Wer mit Daniel Ostertag sprechen will, muss Geduld aufbringen. Vor sich auf dem Tisch hat er zwei Handys liegen, daneben steht noch ein normales Telefon. © Thomas Schmidt

Sie schätzen die Einsamkeit

Vor ein paar Tagen haben wir auf unserer Estancia-Rundreise Ostertags Ranch „Nelida Elvia“ besucht, aber nur seinen Capataz Gilberto Rojas mit Frau und Söhnchen angetroffen. „Einer von uns Ostertags ist sonst immer da“, sagt Ostertag, „dieser eine Tag, als Sie dort aufkreuzten, war eine Ausnahme. Es war ein Feiertag, den mein Sohn in Asunción feierte.“ Auf unserer Estancia-Sightseeing-Tour im Hinterland der Siedlungen hatten wir nie einen Besitzer angetroffen, aber jetzt wissen wir, weshalb: „Im Unterschied zu anderen Viehzüchtern leben wir auch dort. Die anderen Patrones kümmern sich nur bei besonderen Anlässen um ihren Landbesitz.” Aber die Ostertags legen Wert auf Präsenz auf ihrem Gut. Nicht nur aus Kalkül. Sie schätzen die Einsamkeit.

Aber die Liebe zu Busch und Savanne, Rindern und Pferden hat sich nur nur allmählich entwickelt, obwohl Ostertag Viehzüchter der 3. Generation ist. Sein Großvater, ein Deutscher, wanderte vor dem 1. Weltkrieg in Argentinien ein, im Jahr 1909. Die Ostertags haben sich vollkommen assimiliert, vollkommen latinisiert, den Deutschen nimmt man ihn kaum ab, zumal Daniel die Sprache seiner Vorfahren nicht mehr beherrscht. Sein Akzent verrät ihn eher als Argentinier denn als Germanen.

Langer Treck ins Schlachthaus

Eine erste Estancia im Chaco haben seine Onkel 1940 eingerichtet, damals, als die Ruta Trans Chaco noch nicht einmal geplant war. Daniel weiß aus Erzählungen, welche Mühsal damit verbunden war. Wenn Rinder verkauft werden sollten, mussten die Peones sie 160 Kilometer weit bis zu den Schlachthäusern der Hauptstadt Asunción treiben. „Es war ein endloser Treck. An der Spitze rumpelten etwa 20 Carretas, von Ochsen gezogenen zweirädrigen Karren. Sie transportierten den Proviant, der für die Reise notwendig war. Dahinter folgten 5.000 Rinder, die von 100 Peones angespornt wurden. Abends bildeten sie mit den Carretas eine Wagenburg – nicht so sehr, um sich vor fremden Tieren oder wilden Indianern zu schützen, sondern um eine familiäre Atmosphäre zu erzeugen: Das Lagerfeuer flackerte behaglich, an Spießen briet die Vorderhälfte eines Ochsen, im Kesselchen summte das Wasser für den Mate Cocido. Einen ähnlichen Treck zeigt der Film “Australia”, in dem Ostertag aber nicht so viele Parallelen sieht. “’Australia’ spielt in einem trockenen Land. Die damalige Estancia lag aber im feuchten, sumpfigen Südchaco. Der Treck musste sich durch kilometerlange Palmsavannen quälen, auf denen das Wasser knieftief stand. Von den Moskitoschwärmen ganz zu schweigen.” Auf der Rückfahrt waren die Carretas beladen mit den Einkäufen, die ein halbes Jahr lang reichen mussten: Mehl, Zucker, Salz, Bekleidung, Medikamente.

Daniel Ostertag übernahm erst 1985 das Familieneigentum, aber ohne große Begeisterung. Er war einfach noch kein Chaqueño. Das Land lag weiter im Norden und lud nicht gerade zum Verweilen ein: „Dort gab es nur Busch. Erst 1986 fingen wir an zu roden.“ Das Wohnhaus wurde elf Jahre später gebaut. Ostertag betreibt derzeit zwei Estancias, die er in Form einer Gesellschaft führt, an der er selbst und seine beiden Söhne Alejandro (33) und Pablo (31) beteiligt sind. Abwechselnd ist einer aus dem Trio zwei Wochen lang vor Ort.

Selbst die Nägel schneiden

Der Alltag auf “Nelida Elvia” ist hart. „Dort ist alles Aufopferung. Wenn es heiß ist, ist es seeeehr heiß. Wenn es kalt ist, ist es sehr kalt.” Von einem Großbesitzerleben keine Spur. “Im Haus haben wir keine Angestellten. Wir müssen selber kochen, selber putzen und uns selbst die Nägel schneiden.”

Mit seinen Arbeitern teilt der den gleichen Tagesablauf. „Wir, die Ostertags, arbeiten von sechs bis 11.30 Uhr. Dann kochen wir und essen zu Mittag. Wir legen uns ein bisschen hin, denn die Siesta ist ein heiliges Gebot. Und von 14 Uhr bis 17.30 Uhr geht es wieder zurück auf die Weide. Der Abend bleibt uns, um Wäsche zu waschen, zu kochen, zu spülen.” Mit der modernen Welt hielten die zwar die Kleinigkeiten Einzug, die das Leben angenehmer gestalten: Das Handy erlaubt die Kommunikation mit den Lieben – wenn Empfang ist. Das Fernsehen liefert Unterhaltung aus der großen Welt. Pure Entspannung ist bleibt die Ausnahme, denn gerade jetzt drücken die Sorgen. Was wird, wenn es auch in den nächsten Wochen nicht regnet? Das fragen sie sich wie überall in diesen Breiten. “Die Trockenheit bringt uns um. Das ist wirklich eine ernsthafte Krise”, sagt Ostertag.

“Was machst du mitten in der Hölle?”

Seine Freunde in Asunción oder Argentinien können nicht verstehen, warum Ostertag die Strapazen auf sich nimmt. “Was machst du mitten in der Hölle?” fragen sie ihn, den Kosmopoliten, der in Argentinien gelebt und studiert (Veterinärmedizin) hat, durch die Welt gereist ist, Deutschland und Australien besucht hat. Warum hat es ihn ausgerechnet in diese einsame Gegend verschlagen? “Die große Ruhe”, sagt er, “die habe ich anderswo nicht.”

Asuncion, der Moloch

Er schildert Asunción als einen alles verschlingenden Moloch. „Im Jahre 1978, als ich aus Argentinien kam, lebten in Groß-Asunción 200.000 Einwohner, heute sind es beinahe zwei Millionen. Die großen Agrarunternehmen, die Soja pflanzen, entziehen den Kleinbauern die Lebensgrundlage. Jetzt ziehen sie alle in die Stadt. Von etwas müssen sie leben, deshalb werden sie zu Dieben. Dann kommen noch Drogen dazu. Als ich euch gerade habe ankommen sehen, mit euren teuren Fotoapparaten, in der Dunkelheut – das war gefährlich. Geht nie alleine hier in Asuncion. Es ist sehr gefährlich. Sehr gefährlich! Die Kriminalität greift um sich.”

Im Gegensatz dazu sei der Chaco eine wahre Idylle. “Dort benutzt man kein Geld. Und wo kein Geld kursiert, da gibt es keine Diebe.” Die Ostertags führen ein Konto bei der Kooperative Neuland –und die will den Bargeldverkehr niedrig halten. Mit einer Kredikarte kaufen sie im Supermarkt ein. Wenn ihr Vieh in den Besitz der Kooperative übergeht, landet das Geld umgehend auf dem Konto. “Das ist was Besonderes, denn in allen anderen Branchen in Paraguay bekommt ein Verkäufer sein Geld nur in Ratenzahlungen.”

Kommunikation per Handy und Funk

Langeweile? “Für Langeweile habe ich keine Zeit”, sagt Ostertag. Was hier unter soziales Leben verstanden wird, mutet seltsam an. Jede “Camioneta” (PickUp) verfügt über Funk, über den alle Estancieros in Verbindung stehen. Übers Mikro tauschen sie ihre Erlebnisse und Sorgen miteinander aus. Oder sie unterhalten sich per Handy – wenn Empfang ist. In Kontakt stehen sie ständig: Was auch bei diesem Gespräch deutlich wird, das dauernd unterbrochen wird, weil Farmer-Kollegen anrufen. “Aber wir sehen uns sehr selten”, sagt Ostertag. “Vielleicht, dass ich mich mal an einem Samstag im Hotel Boqueron mit einem Freund treffe und wir trinken etwas. Das ist es dann auch schon.”

So sehr er sich in diese Gegend verliebt hat, auf Dauer dort zu leben, das kann er sich nicht vorstellen. “Jetzt bin ich 15 Tage da, 15 Tage Alejandro, 15 Tage Pablo. Im Fazit: 15 Tag Chaco und 30 Tage Asuncion.” Und dieses Verhältnis sei ideal. Wenn man die Gesellschaftsspalten der Asuncioner Tageszeitungen liest, erfährt man, dass die Familie Ostertag mittendrin ist. In der Hauptstadt wirkt Einsamkeit tödlich.

Und dennoch: Sein Herz, sein Engagement schlägt für den Chaco. “Der Chaco wirkt auf Asuncioner wie Magnetismus. Er kommt, um zu schauen, um ihn kennen zu lernen, ein wenig an der Hitze zu leiden, an wenig an der Kälte zu leiden – so lange, bis er sich fragt: Hat uns jemand hierhin befohlen? Sind wir nicht freiwillig hier? Und dann fahren wir zurück in die Hauptstadt. Aber wir kommen immer wieder.”

In der Weise, wie sich seine Passion entwickelt hat, haben sich auch die Sorgen und Bedenken gesteigert. Ostertag steht auf, führt uns zu zwei Satellitenaufnahmen, die an seiner Wand hängen, zwei Computerausdrucke. “Schaun Sie, links, das ist der Chaco vor zehn Jahren, rechts, das ist der aktuelle Zustand.” Die Karte auf der rechten Seite zeigt viele helle Flecken. Gerodete Flächen. “Es ist schlimm. Eine Zerstörung mit globaler Wirkung. Warum passiert nichts?” Die Regierung will das Rodungsgesetz verschärfen. Viele Landbesitzer laufen gegen dieses Vorhaben Sturm. Nicht so Ostertag, der um die Zukunft dieser für ihn einzigartigen Landschaft fürchtet.

Er berichtet von einem jungen Unternehmer in Loma Plata, der 43 Bulldozer besitzt. “Der Mann rodet 500 Hektar am Tag, das sind etjwa 1.000 Fußballfelder.” Und das ist noch nichts im Vergleich zu brasilianischen Firmen, die bis zu 1.500 Hektar täglich niederbügeln. “Eine sehr hässliche Sache”, sagt Ostertag, der Viehzüchter. “So wird der Chaco innerhal kurzer Zeit total kaputt gemacht.”

Verloren im Staub – als Rennfahrer bei der Rallye Trans Chaco

Rein zufällig entdecken wir die rasende Vergangenheit Daniel Ostertags. Einige Fotos in seinem Büro und ein paar Automobil-Accesoires verweisen auf seine Neigung für den Autosport. Darauf angesprochen, verrät er uns, dass er bis zu seinem 37. Lebens als Rennfahrer an der Rallye Trans Chaco teilgenommen hat.

Wer eine Vorstellung vom abseitigen Rennen bekommen will, sollte sich die Filmchen auf “youtube” und die Fotos auf “flickr” ansehen. Mit Sicherheits-Stangen und Gittern ausgestattete Rennautos rasen durch Staubmeere, wirbeln gewaltige Staubfontänen auf, verschwinden für ein paar Sekunden in einem Staubpilz, um dann wieder schlingernd aufzutauchen und mit Vollgas gefährlich nahe an den Zuschauern vorbeizuzischen. Kurzzeitbelichtungen gleichen Aufnahmen von Sprengungen oder Explosionen.

Die Welt hörte hinter Filadelfia auf

Die Trans-Chaco-Rallye wurde 1971 aus der Taufe gehoben. Damals war der Chaco selbst für die Paraguayer noch Terra Inkognita und die Ruta nur ein Erdweg. Die Welt hörte hinter Filadelfia auf. Die Ruta war immmer nur Teilstrecke des Rennens. Der Reiz bestand in den spektakulären Fahrten durch die “dirt tracks“, die schmalen und dornigen Buschpfade und Schlagloch-Teppiche des Nordens. Das Abenteuer gestaltete sich noch dramatischer, wenn ein Regen die Staubmeere in sumpfige Schlammseen verwandelte.

Verirrt im Busch

Ostertags schlimmstes Ereignis: Eine Panne im verlorensten Teil des Chaco. Ostertag und sein Mechaniker wurden von der Rennleitung vergessen. Die Rennfahrer machten sich zu Fuß auf den Weg und zwängten sich durch die engen Piste. Fünf Tage waren sie unterwegs, dem Verdursten nahe. Dann wurden sie von Soldaten eines Forts aufgegriffen.

Osterfeld holt aus einer Schachtel Fotos hervor, schwarz-weiß Fotos auf Baritt-Papier. Er hat bei den Rennen Menschen kennen gelernt, die später wichtige Politiker wurden. Zum Beispiel Raúl Cubas, den späteren Präsident Paraguays. Oder Saúl Menem, von 1989 bis 1999 Präsident Argentiniens. Auch mehrere Weltmeister haben sich der Herausforderung gestellt. Gewonnen haben sie nie.

Als der Rennfahrer die Pistole zog …

Einer der großen Sieger ist der Paraguayer Juan Carlos Calvo. Unvergessen bleibt eine Szene, die ein Fotoreporter der argentinischen Zeitschrift “El Gráfico” abgebildet hat. Auf einer schlammigen Strecke hatten sich mehrere Autos festgefahren und behinderten nun das Weiterkommen des ehrgeizigen Calvo. Kurzerhand zog der Desperado-Fahrer seine Pistole, gab ein paar Warnschüsse ab, die ihm schnell den Weg bahnten. Das Foto ging durch die ganze Welt.

Auch die blonden Siedlerjungs schnitten gut ab, schließlich kennen sie die Strecke wie ihre Westentasche. Orlando Penner siegte in den 90-er Jahren dreimal. Dank seiner Popularität wurde er nach der Demokratisierung erster Governeur von Boquerón.

Kritik von Naturschützern

Naturschützern und Menschenrechtler ist die Rallye hingegen ein Dorn im Auge, wie das Online-Portal “Paraguay-Nachrichten” schreibt: “Durch das spektakuläre Rennen wird die Natur empfindlich gestört. Auch die Ureinwohner sind Jahr für Jahr dem ungezügeltem Treiben der Rennteams und deren Anhänger hilflos ausgeliefert.“

Das Herz an den Chaco verloren

Trotzdem bleibt es das beliebteste Rennen im Land. Alle bekannten paraguayischen Rallyee-Fahrer haben ihr Herz an die Landschaft verloren: Die “Campeones” Gerardo Planás, Hector Omar Risso und Martin Massi sind heute alle Estancia-Besitzer. Und natürlich Daniel Ostertag.

Nelida Elvia – die Ostertag-Estancia

Die Kette vor dem Holztor hängt lose herunter. Das bedeutet eigentlich: Herzlich willkommen. Heinz, unser Fahrer, will aber sicher gehen und vorher noch den Besitzer anrufen. Doch seine beiden Handys haben keinen Empfang. Deshalb klettert er auf einen Torpfosten und hält die Mobiltelefone hoch. Nichts zu machen. Zur Außenwelt besteht keine Verbindung.

Wir fahren die 200 Meter lange Auffahrt hoch. Rechts taucht ein in unterschiedlichen Beige-Nuancierungen gestrichenes Haus auf. Die Farben blättern ab. Überdachte Terrasse, Kolonnaden stützen das flache mit roten Ziegeln gedeckte Dach. Das weiße Gartenstuhl-Set auf der Veranda hat die besten Tage hinter sich. Da sich kein Mensch sehen lässt, fahren wir weiter, an einem Tajamar und grasenden Kühen vorbei, bis zu einem Holzhaus, an dem wir Menschen sehen. Ein Puter plustert sich auf. Ein Mann begrüßt uns. Er stellt sich als Capatáz dieser Estancia vor. Sein Name: Gilberto Rojas. Begleitet wird er von seinem kleinen Sohn Oscar. Mit großen dunklen Augen schaut er uns an, antwortet aber auf keine unserer Fragen und gibt auch sonst keinen Laut von sich. Spielzeug liegt auf dem Hof rum. Ein leerer Ball, kaputte Autos, ein derangierter Stoffhase, auf dessen T-Shirt „Te amo“ („Ich liebe dich“) steht. Wie oft bekommt der kleine Oscar Menschen zu Gesicht?

Das seltsam anmutende Haus besteht aus einem Unterbau aus Backsteinen, auf den eine aus Holzbrettern gefertigte Etage draufgesetzt wurde. Unten auf einer Art Flur ist ein Sammelsurium an nützlichen und unnützlichen Dingen: Sattelzeug, Werkzeuge, Zeug. Oben auf dem Stockwerk aus Holzbrettern stehen ein Bett und ein alter Sessel. An der Wand lehnt eine Matratze. Die Einrichtung macht den Eindruck des Provisorischen. Vieles ist zerbrochen, beschädigt, zerfetzt.

Rojas schwingt sich aufs Rad, Söhnchen Oscar steigt ebenfalls auf sein Kinderrad. Sie fahren zum etwa dreihundert Meter entfernten Herrenhaus, um es für uns aufzuschließen. Weiße Wände, Kochnische, Essraum, Wohnzimmerecke. Der Schlafraum auf einem Podest ist über eine Leiter zu erreichen. Die Räume des Wohnhauses verströmen keinen Luxus. Sie machen den Eindruck einer Ferienwohnung, die schon länger nicht genutzt wurde. Ein richtiges Zuhause sieht so nicht aus.

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